Wir setzen uns für Graupapageien ein

Ernährung der Graupapageien


- Pellets sind für uns keine angemessene Papageiennahrung -

Wir nennen sie "gepressten Abfall"


Mangels Regenwald und dem dortigen Klima ist artgerechte Ernährung hierzulande nicht möglich. Daher versuchen wir, die Graupapageien so zu versorgen, dass sie möglichst alle Nahrungsbestandteile bekommen, die sie benötigen (adäquate Ernährung). Wir verzichten hier auf wissenschaftliche Erläuterungen. Dazu gibt es eine Reihe von guten und viele äußerst schlechte Veröffentlichungen. Werden darin zum Beispiel ausschließlich Pellets empfohlen, dann landet dieser Artikel im Papierkorb.


Wasser

Täglich mindestens zweimal frisches Leitungswasser. In dieses Wasser gehören keine Zusätze. Insbesondere keine Medikamente, Homöopathika und Naturheilmittel. Mineralwasser oder Heilwasser zum trinken ist möglich, aber sinnlos. Eine Aufbereitung des Trinkwassers (Enthärtung, Filtern u.a.) sollte nicht erfolgen.


Obst
Täglich frisches, einwandfreies und gut gereinigtes Obst. in in sog. BIO-Qualität, kleingeschnitten. Die Grauen bevorzugen gut gereiftes Obst (Süßschnabel!).


Gerne gegessen werden (die Favoriten unserer Grauen sind fettgedruckt hervorgehoben):

Apfel (nur größere Mengen der Kerne wirken giftig)

Banane ist bei uns morgendliche Pflicht und wird direkt aus der Hand angeboten. Gerne essen die Grauen meist nur die äußere dünne Schicht der reifen Bananen. Manche lieben auch besonders die Schaleninnenseiten. Da wäre Bio-Qualität angeraten.

Birne

Orange, Mandarine, Clementine

Nektarine

Papaya

Mango

Weintraube

Granatapfel (die phantastische Sauerei)

Kiwi

Melone

Litschi ohne Kern (und alles ist dann klebrig)

Kirsche

Physalis

Kaki

Sharonfrucht

Vogelbeere

Feige

Satsumas

Aprikose, Erdbeere, Stachelbeere,Kornelkirsche, Hagebutte, Johannisbeere

Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Mirabelle – diese 4 Sorten jeweils ohne Kerne, da der geöffnet giftig ist.



Keine Befürchtung: Graupapageien, die viel Obst essen, haben oft auch einen wässrigen Kot. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis.




Gemüse

Gemüsearten roh oder blanchiert:


Karotten, Broccoli, Blumenkohl, Lauch, Paprika, Chicoree, Staudensellerie, Petersilienwurzel, Kartoffel (nicht grün und nicht gekeimt), Fenchel, Maiskolben (frisch, also nicht gekocht).


Aus dem Garten sollten z.B. blühender Löwenzahl mit Wurzel und die bei uns sehr gut wachsende Topinamburwurzel direkt aus dem Gartenboden angeboten werden. Nicht abwaschen, sondern auch mit wenig Erdreich anbieten (wenn nicht gedüngt wurde).

Aubergine, Avocado und Petersilie sind verboten.



Gemüsearten gekocht:

Kartoffeln, Kohlrabi, Karotten.


Körnerfutter
Graupapageien sind es zumeist gewöhnt, überwiegend Sonnenblumenkerne zu essen, die hauptsächlich Kohlenhydrate und Fette, aber auch Eiweiß enthalten. Zwar wären sie auch eine schöne Calciumquelle, aber diese wird roh kaum verwertet. Einseitig mit Sonnenblumenkernen ernährte Graupapageien bekommen demnach – trotz des viel enthaltenen Calciums – regelmäßig die tierärztliche Diagnose "Calciummangel" attestiert.

Das Körnerfutter kann aus vielen oder nur wenigen verschiedenen Saaten bestehen. Es macht wenig Sinn, dauerhaft viele Saaten anzubieten, die dann doch nicht angerührt werden. Einzelne Saaten kann man separat anbieten. So bekommt man schnell heraus, was in die Körnermischung der Graupapageien gehört.

Wir geben seit einiger Zeit der Umgewöhnung keine ungeschälten Sonnenblumen mehr, da die Qualität seit vielen Jahren stetig schlechter wird. Dazu geben wir geschälte Sonnenblumen, denn die gibt es in einwandfreier Qualität (Bäckerware).

Und wir geben sie hauptsächlich als Bestandteil des weiter unten beschrieben Kochfutters. Ein nur kleiner Teil wird geröstet gegeben.

In Extranäpfen kommen Kiefernsaat (jeweils mittel und grob-weichschalig) sowie Hanfsaat. Die Zugabe weiterer Saaten misst sich an der Essgewohnheit des jeweiligen Grauen.

Andere Zutaten (Kräutermischungen, Grit, Mais, Reis u.a.) gehören nicht in die Körnermischung.

Auch nicht die beliebten Erdnüsse (ohne oder mit Schale). Sie enthalten viel Fett, aber auch viele wichtige Nährstoffe (u.a. Eiweiße), die die Graupapageien benötigen. Also werden sie gerne separat gegeben (geschält, geröstet und nicht gesalzen). Übrigens gehören sie zu den Hülsenfrüchten und nicht zu den Nüssen.

 

Silberhirse-Rispen

Diese Hirse geben wir täglich und hängen sie an einem längerem Lederband auf.

Die Rispen können auch eingeklemmt werden. Diese beschäftigungsintensive Nahrung wird gerne genommen und ist wertvoller, als Sonnenblumenkerne.


Keimfutter
Beim Keimfutter handelt es sich um Körnerfutter, das nach 24 Stunden langem Wässern, Spülen und 12 Stunden langer Keimung (mit zusätzlichen Spülungen) verfüttert wird. Die Keimung hat u.a eine Erhöhung des Proteingehaltes zur
Folge.

Wir verfüttern wegen des enormen hygienischen Aufwandes kein Keimfutters.

Daher geben wir täglich unser selbst gemischtes Kochfutter in folgender Art

Kochfutter (Stiftungsmischung)

Je Graupapagei nehmen wir 20 gr geschälte Sonnenblumenkerne, mischen dazu etwa 3 getrocknete Kichererbsen und weichen diese in kaltem Wasser am Vorabend ein.

Am nächsten Morgen wird diese Mischung heiß gespült und für etwa 15 Minuten leicht geköchelt. Nach etwa der Hälfte der Kochzeit kann klein geschnittenes Gemüse dazu gegeben werden (z.B. Kartotte, Broccoli, Blumenkohl).

Das Kochwasser wird verworfen und dann kommt dazu eine kleine Portion Kokosöl (nativ) und eine kleine Portion rotes Palmöl.

Nach Abkühlung bieten wir es von Morgens bis zum nächsten Morgen an. An sehr warmen Tagen wird das Kochfutter abends entfernt. Es wird keinen Graupapageien geben, der dieses Kochfutter auf Dauer verschmäht. Manchmal muss man einige Wochen Geduld haben und es immer wieder anbieten

Je mehr von diesem überaus wichtigem Kochfutter gegessen wird, um so weniger muss Körnerfutter gegeben werden. Und das ist das Ziel


Zusätzliches Futter täglich für zwischendurch

Graupapageien sollten auch zwischendurch abwechslungsreiches Futter angeboten bekommen. Dabei ist es egal, ob der Graue zu jeder Tages- und Nachtzeit Flugmöglichkeit hat oder ob er in Wohnungshaltung lebt und am Familienessen teilnehmen darf. Schließlich gehört er dazu oder er ist sogar das Familienoberhaupt. Manche haben einen eigenen Platz am Tisch oder einen festen Sitzplatz in der Nähe.

  • hartgekochtes Ei (auch mit Schale)

  • Nüsse (geschält und ungesalzen) Walnüsse, geröstete Pistazien, Cashewnüsse, Erdnüsse. Haselnüsse finden sie meist nur lecker im unreifen, grünen Zustand (möglichst noch am Ast).

  • Trockenfrüchte wie Aprikosen, Datteln, Feigen, Cranberrys u.a.

  • Gut gekochte Hähnchenschenkel ohne Haut ("Kannibalenkost")

  • Laktosearmer Joghurt oder Quark mit etwas zerdrückter Banane, ein wenig Erdbeermarmelade (ohne Konservierungsstoffe) und dazu ein Multivitamin (z.B. Nekton S, Prime o. a.). Gerade dieses Leckerli sollte alle 3-4Tage aus einen kleinen Löffel angeboten werden. Zum einen, weil es gesund ist und schmeckt und zum anderen, um im Notfall bei verordneter Medikamenteneinnahme eine gute Möglichkeit zu haben, dieses in versteckter Form verabreichen zu können.

  • Direktsäfte (auch selbstgemacht) direkt aus einem Teelöffel angeboten sind auch sehr begehrt und könnten so auch als Medikamententräger verwendet werden.

Bitte keine Süssigkeiten, keine Schokolade, nichts Gesalzenes. Ein Graupapagei wird daran zwar nicht so schnell akut erkanken, aber seine Lebenserwartung und -qualität könnte doch eingeschränkt werden. Hier bietet sich an, etwas aus dem reichen Repertoire des zusätzlichen Futters anzubieten. Es darf auch etwas ungesalzener Käse sein oder ein Zwieback. Die kakaolosen Kekse eines namhaften österreichischen Herstellers werden von fast jedem Grauen geliebt.

Palmfrüchte

In der afrikanischen Heimat verzehren Graupapageien als ein Grundnahrungsmittel sehr gerne und viele der nahrhaften Palmfrüchte (auch Palmnüsse genannt). Diese Palmfrüchte sind zur Zeit wohl bei Mixerama und bei Green parrot shop (Niederlande) erhältlich. Diese Früchte müssen per ununterbrochener Tiefkühlkette versendet werden, da sie sehr schnell verderben.

Wir verfüttern täglich 2-3 dieser aufgetauten Früchte.