Wir setzen uns für Graupapageien ein










Dieser Schimmel-Pilz schwebt bei uns in der Luft ganz normal herum. Je grüner es im Garten oder Wohnbereich und je feuchter die Luft ist, umso stärker ist seine Konzentration.

Wir atmen diesen Aspergillose-Pilz demnach alle ein, ohne dass er sich bei uns in der Lunge ansiedelt (Ausnahmen sind schwer kranke Menschen).  

Bei den Grauen sollte das das auch nicht anders sein. Nur siedeln sich bei ihnen Aspergillose-Pilze im Lungenbereich aus eigentlich noch ungeklärten Gründen extrem häufig an. Geschieht dies, kommt es zu einem Teufelskreis, der letztlich durch Pilzgranulationsgewebe das Lungenvolumen bis zum qualvollen Ersticken verringert. Bereits in Frühstadien gelangen zudem Zerfallprodukte der Pilze direkt in den Blutkreislauf und führen zu irreversiblen Schäden an den lebenswichtigen Organen unserer Grauen (Leber, Niere, Blutgefäße, Herz). Eine Heilung ist praktisch nie möglich. Aber häufig kann eine Verlangsamung des Fortschreitens und sehr selten ein Stillstand im jeweiligen Erkrankungsstadium erreicht werden. Dies aber nur, wenn ohne Zeitverzug eine wirksame Therapie fachlich richtig durchgeführt wird.

Zusätzlich müssen die Haltungsbedingungen radikal und konsequent verändert werden. Alles andere - auch irgendwelches Probieren mit obskuren Mitteln - führt nur zur weiteren Verkürzung eines qualvollen Papageienlebens.

Ursachen und Auslöser für diese Erkrankung werden viele recht unkritisch in der Literatur aufgelistet. Dabei ist auch die Verteufelung von Erdnüssen. Dabei sind Erdnüsse ohne Schale geröstet (natürlich Salz und ohne Gewürze) eine sehr wichtige Nahrung für unsere Graupapageien und in keiner Weise verantwortlich für die Aspergilloseerkrankung.  

Bei der Ursachenforschung dieser häufigen Erkrankung wird davon ausgegangen, dass Graupapageien in keiner Weise an das mitteleuropäische Klima angepasst, sondern für das äquatornahe Afrika "konstruiert" sind. Zwischen diesen zwei Klimazonen gibt es erhebliche Unterschiede:

  • Temperaturverhältnissen Tag und Nacht,
  • Luftfeuchtigkeit,
  • Lichtverhältnisse, Zusammensetzung des Lichtes,
  • Ernährungsmöglichkeiten und -gewohnheiten,
  • Bewegungsmöglichkeiten,
  • einiges mehr.

Wir werden den Graupapageien ibei uns auch mit noch so großem Aufwand nicht annähernd artgerechte oder gar natürliche Haltung anbieten können.

Was können wir tun?

1. Frische Luft, sinnvolle Temperaturen und Temperaturunterschiede

Graupapageien kommen in freier Natur nur in Afrika in einigen tropischen Regionen vor. Dort gibt es neben dem über das ganze Jahre konstanten 6Uhr-Hell und 18Uhr-Dunkel-Wechsel auch erhebliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Aus Beobachtungen von Graupapageiengruppen meint man zu folgern, dass hierzulande die Grauen am besten in der kühleren Jahreszeit im Schutzhaus bei etwa 14° überwintern, aber sich auch gerne einige Stunden selbst bei hohen Minustemperaturen draußen aufhalten wollen (und auch müssen). Eine Ausnahme sind die teilweise oder fast vollständig federkleidlosen Papageien.

Die vor allem im Winter trockene Heizungsluft scheint mitverantwortlich für den Ausbruch oder das Fortschreiten einer Aspergillose-Erkrankung zu sein. Zumal nicht die Möglichkeit gegeben ist, die an 21° C Zimmertemperatur gewöhnten Grauen einige Stunden an die kalte oder sogar frostige Luft zu  setzen. Dies ist erst nach langsamer Gewöhnung an Raumtemperaturen um 14°  sinnvoll.


2. Luftfeuchtigkeit

Es herrscht im Regenwald eine recht hohe Luftfeuchte, die wir hier nie dauerhaft in einem geschlossenen Raum erreichen dürfen. In geschlossenen Räumen wäre das ein Paradies für Pilze jedweder Art, also auch für die Aspergillosetruppe. Einige Wintergarten- oder Gewächshausbesitzer können davon ein Lied zu singen.

Es ist sicher sinnvoll, auch im Winter im Vogelraum auf eine höhere Luftfeuchte zu achten. Aber Luftbefeuchter sind dazu nur mit erheblichem und täglichen Reinigungsaufwand nützlich, ansonsten wirken sie eher als Pilzschleudern. Wichtiger wäre, die Raumtemperatur auf etwa 14° C dauerhaft zu senken. Desinfizierende Luftbefeuchterzusätze sind verboten. Die kleinen Lungen unserer grauen Freunde würden dabei nur gereizt - wie auch durch Zigarettenqualm, Kerzen oder Küchenqualm.

3. Licht

Im Innenbereich helles und flackerfreies Licht (Leuchtstoffröhren mit elektronischem Vorschaltgerät). Dazu möglichst die Technik zum Steuern der morgenlichen Helligkeitszunahme und der abendlichen Dämmerung. Spezielle Leuchtstoffröhren mit höherem UV-Anteil führen meist nicht zu einer meßbaren Vergrößerung des UV-Anteiles im Aufenthaltsbereich der Vögel. Besser dann Vitamim D zuführen und vor allem täglich Aufenthalt unter freiem Himmel (ohne Glas und Kunststoffplatten), damit etwas UV-Licht einwirken kann.

4. Freiflug und Bewegung

Graupapageien, die nur in der warmen Wohnung gehalten werden und täglich einige Stunden in einem Käfig eingelocht sind, damit viel zu wenig Bewegung haben, bekommen die Aspergillose-Erkrankung wohl viel häufiger als Graue, die in sehr großen Aussenvolieren permanent die Möglichkeit zum Fliegen haben und im Nichtsommer in großen Vogelräumen bei etwa 14°C gehalten werden.

Graupapageien müssen Freiflug-Möglichkeiten jederzeit haben - auch des Nachts unter Mondscheinähnlicher Beleuchtung. Auch nur stundenweises Wegsperren ist Tierquälerei. Es handelt sich ja schließlich um "fliegende" Vögel.  Bei Jungvögeln kann man den Bewegungsdrang noch gut beobachten. Sie wollen häufig fliegen und herumtoben. Ähnlich wie der Mensch in einem Gästeklo nicht tanzen kann, wird der Jungvogel sich im Käfig wie in einer Zwangsjacke fühlen. Sind Graue dann erst einmal durch das täglich mehrere Stunden eingesperrt sein in Käfig-Einzelhaft abgestumpft, stellen sie sich halt um aufs Klettern und wenn auch das nicht geht, aufs "Dahinvegetieren". Die Lungen werden dabei nie richtig belüftet. Pilze freuen sich, denn sie dürfen in den Lungen der Grauen bleiben und sich ausbreiten. Dabei ist das natürliche Verhalten der Grauen in ihrer Heimat hinreichend erforscht:
Sie fliegen des frühen Morgens von ihren Schlafplätzen zu den viele Kilometer weit entfernten Futterplätzen. Dort fressen sie gründlich und fliegen retour. Dann ruhen sie etwas und wiederholen das Ganze am Nachmittag, wo sie dann oft zu anderen noch weiter entfernten Futterplätze fliegen. Am Abend spätestens bis 18Uhr versammeln sie sich wieder zum gemeinsamen Schlafen. An Flugrouten kommen dabei täglich 10 - 50 km zusammen.

Dies gilt nicht für die Pärchen, die sich gerade mit dem Brüten oder der Aufzucht beschäftigen. Sie halten sich dann abseits der Gruppe versteckt auf. Aber spätestens, wenn die Jungen von den menschlichen Vogelräubern zur Einfuhr nach Deutschland geraubt wurden, weil wieder Nachschub an lebendigem Spielzeug benötigt wird, gesellen sich die verstörten Eltern wieder zur alten Flugtruppe


5. Ernährung

Hierzu bitte unter "Ernährung" auf unserer Webseite schauen.